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Die Zusammenarbeit von CFIEE mit Nichtregierungsorganisationen: Gemeinsam den Zugang erweitern

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September 24, 2025

Manchmal klingt Finanzbildung wie ein Luxus – etwas für Klassenzimmer, Business Schools oder Menschen mit viel Freizeit. Aber wenn man mit Familien spricht, die ihre Rechnungen begleichen müssen, oder mit Gemeinden, die sich von Arbeitsplatzverlusten erholen, wird klar, dass es sich dabei keineswegs um einen Luxus handelt. Es geht ums Überleben. CFIEE, der Internationale Rat für Wirtschaftserziehung, hat seine Mission auf dieser Erkenntnis aufgebaut. Sie glauben, dass Wirtschaftserziehung Leben verändert. Und sie haben gelernt, dass der beste Weg, sie weit zu verbreiten, nicht darin besteht, alleine zu arbeiten, sondern mit NGOs zusammenzuarbeiten, die bereits vor Ort tätig sind.

Wie NGOs die Reichweite von CFIEE vergrößern

NGOs sind wie Brücken. Sie verbinden die Finanzbildungsprogramme von CFIEE mit Menschen, die sonst vielleicht nie davon erfahren würden. Von ländlichen Dörfern bis hin zu innerstädtischen Vierteln verfügen NGOs bereits über Vertrauen, lokales Wissen und Netzwerke, an die sich CFIEE anschließen kann.

Anstatt in jeder Gemeinde bei Null anzufangen, knüpft CFIEE an bestehende Beziehungen an. Eine NGO, die eine Lebensmittelbank betreibt, könnte CFIEE-Trainer einladen, neben ihrer wöchentlichen Lebensmittelausgabe auch Workshops zum Thema Budgetplanung anzubieten. Oder eine auf Jugendliche ausgerichtete gemeinnützige Organisation könnte die Online-Module von CFIEE in ihr Mentoring-Programm aufnehmen. Die NGO öffnet die Tür, CFIEE liefert den Inhalt. Gemeinsam eröffnen sie neue Möglichkeiten.

Beispiele für Kooperationen

Eine besonders bemerkenswerte Zusammenarbeit fand in Partnerschaft mit einer NGO zur Stärkung von Frauen in Südasien statt. Die NGO hatte berufliche Fähigkeiten vermittelt – Nähen, Handwerk, Ideen für Kleinunternehmen –, aber viele Teilnehmerinnen hatten Schwierigkeiten, ihr Einkommen zu verwalten, sobald sie anfingen zu verdienen. CFIEE sprang mit einfachen Lektionen zu Sparen, Schulden und grundlegendem Unternehmertum ein. Innerhalb von sechs Monaten berichteten mehrere Frauen, dass sie nicht nur ihr Einkommen gesteigert hatten, sondern auch einen Teil davon für Notfälle beiseite legen konnten.

In den USA arbeitete CFIEE mit einer gemeinnützigen Organisation im Mittleren Westen zusammen, die sich für arbeitslose Arbeitnehmer einsetzt. Die NGO kümmerte sich um Umschulungsprogramme, während CFIEE Module zum Thema persönliche Finanzen hinzufügte – wie man Arbeitslosengeld einteilt, wie man die Fallen von Zahltagskrediten vermeidet und wie man auch mit einem knappen Einkommen mit dem Sparen beginnen kann. Die Wirkung war sichtbar. Die Teilnehmerinnen gaben an, dass sie sich besser auf die Arbeitssuche und die damit verbundenen finanziellen Höhen und Tiefen vorbereitet fühlten.

Fallstudien aus der Praxis

Nehmen wir das Beispiel einer kleinen Bauerngemeinde, die jahrelang mit wirtschaftlicher Unsicherheit zu kämpfen hatte. Eine landwirtschaftliche Nichtregierungsorganisation lud CFIEE ein, gemeinsam mit landwirtschaftlichen Genossenschaften Workshops durchzuführen. Die Bauern lernten nicht nur, wie sie effizienter anbauen konnten, sondern auch, wie sie in guten Erntejahren Geld beiseite legen konnten, damit sie in schlechten Zeiten nicht ruiniert waren. Ein Bauer gab zu, dass er immer „von Ernte zu Ernte“ gelebt hatte. Nach der Zusammenarbeit mit CFIEE gelang es ihm, einen Notfallfonds aufzubauen, der seine Familie absicherte, als heftige Regenfälle die Hälfte seiner Ernte zerstörten.

In einem anderen Fall arbeitete eine NGO, die Einwandererfamilien unterstützte, mit CFIEE zusammen, um zweisprachige Module zum Thema Budgetplanung zu entwickeln. Viele Eltern hatten noch nie Zugang zu formaler Finanzbildung gehabt, geschweige denn in ihrer eigenen Sprache. Die Resonanz war überwältigend. Die Teilnehmerzahl verdoppelte sich im Vergleich zu Standard-Workshops, und die Familien sagten, sie fühlten sich endlich einbezogen und nicht mehr nur belehrt.

Diese Beispiele machen vielleicht keine Schlagzeilen, aber sie sind wichtig. Sie zeigen, dass Finanzbildung, wenn NGOs und CFIEE zusammenarbeiten, nicht mehr abstrakt ist, sondern Teil des realen Lebens wird.

Skalierungsstrategien für die Zukunft

Partnerschaften haben sich bereits als wirksam erwiesen, aber ihre Ausweitung ist die nächste Herausforderung. CFIEE sieht drei klare Strategien.

  1. Erstens: Train-the-Trainer-Modelle. Anstatt CFIEE-Mitarbeiter zu jedem Workshop zu entsenden, werden NGO-Mitarbeiter geschult, die Module selbst durchzuführen. Dies vervielfacht die Reichweite und stellt sicher, dass das Wissen auch nach dem Weggang von CFIEE erhalten bleibt.
  1. Zweitens: digitale Integration. Viele NGOs nutzen mittlerweile WhatsApp-Gruppen, Community-Apps oder Online-Plattformen. Durch die Einbettung der Mikro-Lektionen von CFIEE direkt in diese Räume können die Teilnehmer an denselben Orten lernen, an denen sie bereits kommunizieren.

Drittens: regionale Partnerschaften. Anstatt mit jeweils einer NGO zusammenzuarbeiten, kann CFIEE mit Dachorganisationen kooperieren, die Dutzende lokaler gemeinnütziger Organisationen verwalten. Dies erzeugt einen Welleneffekt, bei dem eine Partnerschaft den Zugang zu vielen Gemeinschaften eröffnet.

Skalierung bedeutet nicht, die persönliche Note zu verlieren. Es bedeutet, Wege zu finden, um das zu replizieren, was bereits funktioniert – Vertrauen, Zusammenarbeit und Inhalte, die die Realitäten der Menschen respektieren.

Überlegungen zur Zusammenarbeit

Es ist beeindruckend zu sehen, wie Bildung nicht durch glänzende Kampagnen verbreitet wird, sondern durch Nachbarn, die Nachbarn helfen. CFIEE weiß, dass ihre Stärke im Inhalt liegt, aber sie wissen auch, dass Inhalt allein keine Berge versetzt. NGOs bringen die menschliche Seite mit ein – das Vertrauen, die persönliche Verbindung, die Handschläge, die die Menschen glauben lassen: „Das könnte mir tatsächlich helfen.“

Deshalb erscheint dieses Modell nachhaltig. NGOs erweitern nicht nur die Reichweite, sondern verankern Bildung auch in der lokalen Kultur und den lokalen Bedürfnissen. Ob es sich um einen Kurs zum Thema Budgetplanung im Keller einer Kirche oder einen Online-Workshop zum Thema Schuldenmanagement in einem Internetcafé auf dem Land handelt – die Partnerschaft verleiht der finanziellen Bildung ein Gesicht und einen Kontext.

Abschließende Gedanken

Die Zusammenarbeit von CFIEE mit NGOs beweist, dass es bei der Erweiterung des Zugangs nicht darum geht, mehr alleine zu tun. Es geht darum, gemeinsam mehr zu erreichen. Durch die Nutzung der lokalen Präsenz von NGOs in Kombination mit der klaren, praktischen Finanzbildung von CFIEE erzielen Gemeinden nachhaltige Ergebnisse.

Die Mission ist einfach, aber weitreichend: Menschen die Werkzeuge an die Hand geben, um fundierte finanzielle Entscheidungen zu treffen, damit sie ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen verbessern können. Mit NGOs an ihrer Seite beweist die CFIEE, dass Finanzwissen nicht auf den Klassenraum beschränkt bleiben muss – es kann in jeder Nachbarschaft, jeder Gemeinde und jeder Familie, die es braucht, gelebt werden.

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